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Vitamin D – Natürlicher Schutzschild für Ihre Gesundheit | UNUVI Blog

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Vitamin D – Natürlicher Schutzschild für Ihre Gesundheit | UNUVI Blog

Vitamin D, oft als „Sonnenvitamin“ bezeichnet, ist eine Gruppe fettlöslicher Steroidverbindungen, die eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im gesamten Körper spielen. Obwohl es meist mit gesunden Knochen in Verbindung gebracht wird, geht seine Wirkung weit über das Knochensystem hinaus. Es ist einer der wichtigsten lebensnotwendigen Nährstoffe – es unterstützt das Immunsystem, das Nervensystem und die Muskulatur und beugt der Entstehung von Krebs vor. Im menschlichen Körper liegt es hauptsächlich in zwei Formen vor: D₂ (Ergocalciferol) pflanzlichen Ursprungs und D₃ (Cholecalciferol), das in der Haut unter dem Einfluss von UVB-Strahlen synthetisiert wird und in tierischen Produkten vorkommt.

Die Rolle von Vitamin D im Körper

Knochensystem

Vitamin D erhöht die Aufnahme von Kalzium und Phosphat im Darm, was für die richtige Mineralisierung der Knochen notwendig ist. Ein Mangel führt bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie und Osteoporose.

Immunsystem

Vitamin D moduliert die Immunantwort, indem es die Produktion von Zytokinen und die Aktivität von T- und B-Lymphozyten beeinflusst. Studien deuten darauf hin, dass ein angemessener Vitamin-D-Spiegel das Risiko für virale und bakterielle Infektionen senken kann.

Nervensystem und psychische Gesundheit

Ein Vitamin-D-Mangel wird mit einem höheren Risiko für Stimmungsschwankungen, Depressionen und neurodegenerative Erkrankungen in Verbindung gebracht. Eine Studie von Professor John McGrath zeigte, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bei Neugeborenen das Risiko für Schizophrenie, Autismus und ADHS erhöht.

Herz-Kreislauf-System

Studien zeigen, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel das Risiko für Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz erhöhen kann. Eine Analyse der Daten des UK Biobank ergab, dass Personen mit Vitamin-D-Mangel ein um 10 % höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 35 % höheres Risiko für daran bedingte Todesfälle hatten.

Ausmaß des Vitamin-D-Mangels in Polen

In Polen ist ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 90–95 % der Bevölkerung einen Mangel an diesem Vitamin haben könnten. Die Hauptursachen sind:

  • Begrenzte Sonnenexposition während des größten Teils des Jahres
  • Geringer Vitamin-D-Gehalt in der täglichen Ernährung
  • Luftverschmutzung und das Tragen von bedeckender Kleidung

Normen und Diagnostik des Vitamin-D-Spiegels

Um den Vitamin-D-Spiegel im Körper zu bewerten, wird die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) im Blutserum gemessen. Dies ist der zuverlässigste Indikator für den allgemeinen Vitamin-D-Status, da:

  • er sowohl die endogene Produktion (in der Haut unter UVB-Einfluss) als auch die Aufnahme über Ernährung und Supplemente widerspiegelt
  • eine lange Halbwertszeit hat (ca. 2–3 Wochen)
  • zeitlich relativ stabil ist

Andere Formen wie z.B. 1,25(OH)₂D, die aktive Form von Vitamin D, werden für die routinemäßige Diagnostik nicht empfohlen, da sie auch bei schwerem 25(OH)D-Mangel im Normbereich bleiben können.

Referenzbereiche (Normen für 25(OH)D-Spiegel)

25(OH)D-Spiegel Wert Klinische Bedeutung
<20 ng/ml <50 nmol/l Mangel – erhöhtes Risiko für Osteomalazie, Rachitis, Immunstörungen
20–30 ng/ml 50–75 nmol/l Unzureichender Spiegel – Supplementierung empfohlen
30–50 ng/ml 75–125 nmol/l Optimaler Spiegel – empfohlener Bereich für die meisten Bevölkerungsgruppen
>100 ng/ml >250 nmol/l Potenzielle Toxizität – Risiko für Hyperkalzämie und Nierenschäden

Wer sollte den Vitamin-D-Spiegel testen lassen?

Eine regelmäßige Kontrolle des 25(OH)D-Spiegels wird besonders Personen aus Risikogruppen empfohlen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Personen mit eingeschränkter Sonnenexposition
  • Personen mit Adipositas (BMI >30)
  • Personen mit chronischen Erkrankungen: Nieren, Leber, Darm, Schilddrüse
  • Patienten, die Medikamente einnehmen, die den Vitamin-D-Stoffwechsel stören (z. B. Glukokortikosteroide, Antiepileptika)
  • Personen mit Depressionen, schlechter Stimmung oder häufigen Infektionen

Wo kann der Vitamin-D-Spiegel getestet werden?

Der Test kann durchgeführt werden:

  • In diagnostischen Laboren landesweit in Polen. Die meisten Labore bieten auch Vitamin-Testpakete an, die u.a. Vitamin D, B12 und Folsäure umfassen.
  • Ohne Überweisung – der Test ist kostenpflichtig, die Preise liegen meist zwischen 70 und 120 PLN, je nach Labor.
  • Aus venösem Blut – die Probe wird standardmäßig entnommen, nüchtern oder nicht (in den meisten Fällen beeinflusst dies das Vitamin-D-Ergebnis nicht).

Wie lange dauert die Ergebnisbereitstellung?

Die Wartezeit auf das Ergebnis des 25(OH)D-Tests beträgt:

  • 24–48 Stunden in den meisten privaten Laboren
  • Bei Überweisungen durch den Hausarzt im Rahmen der staatlichen Krankenversicherung (NFZ) kann die Zeit je nach lokalen Abläufen länger sein.

Welche Methoden werden in der Laboranalyse verwendet?

Je nach Labor werden verschiedene Methoden zur Bestimmung der 25(OH)D-Konzentration eingesetzt:

  1. Immunochemilumineszenz (CLIA / ECLIA / CMIA) – am häufigsten verwendete Methode in der Routinediagnostik; schnell und kostengünstig, jedoch weniger genau als Chromatographie.
  2. HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) – präzisere Methode, die zwischen D₂ und D₃ unterscheiden kann, aber teurer und seltener verfügbar.
  3. LC-MS/MS (Massenspektrometrie gekoppelt mit Flüssigkeitschromatographie) – Referenzmethode mit höchster Genauigkeit, hauptsächlich in klinischen und wissenschaftlichen Studien eingesetzt.
In der diagnostischen Praxis sind CLIA und ECLIA für die Bewertung des Vitamin-D-Status bei den meisten Patienten ausreichend.

Wie oft sollten die Tests wiederholt werden?

  • Gesunde Personen: alle 6–12 Monate, besonders nach einer Änderung der Supplementierung oder der Jahreszeit.
  • Personen mit Mangel oder chronischen Erkrankungen: 3–6 Monate nach Beginn der Supplementierung oder Behandlung.
  • Nach Behandlung eines Mangels: Kontrolle 2–3 Monate nach Abschluss der Therapie.

Supplementierung: Empfehlungen und Sicherheit

Vitamin D ist eines der wenigen Vitamine, dessen natürliche Synthese vom Sonnenlicht abhängt. In Polen ist aufgrund der geografischen Lage (zwischen 49° und 54° nördlicher Breite) die Hautsynthese nur von April bis September effektiv, und das nur bei ausreichender UVB-Strahlung. In der Praxis erhält die Mehrheit der Bevölkerung nicht genug Sonnenlicht, was besonders in den Herbst- und Wintermonaten zu Mangelzuständen führt. Deshalb wird eine Supplementierung nicht nur für Risikogruppen, sondern grundsätzlich für die gesamte Allgemeinbevölkerung empfohlen.

Empfohlene Tagesdosen

Gemäß den Empfehlungen des Expertenteams für Vitamin-D-Supplementierung in der polnischen Bevölkerung und der Stellungnahme des GIS hängen die empfohlenen Dosen vom Alter, Körpergewicht, Gesundheitszustand und der Sonnenexposition ab:

Gruppe Dosis (IE/Tag) Bemerkungen
Säuglinge (0–6 Monate) 400 Ab den ersten Lebenstagen
Säuglinge (7–12 Monate) 400–600 Je nach Ernährung
Kinder 1–10 Jahre 400–1000 Abhängig vom Körpergewicht
Jugendliche 11–18 Jahre 800–2000 Ganzjährig
Erwachsene 19–65 Jahre 800–2000 Abhängig vom Körpergewicht
Personen über 65 Jahre 2000–4000 Verminderte Hautsynthese
Schwangere Frauen 1500–2000 Nach Rücksprache mit dem Arzt
Personen mit Adipositas (BMI >30) 1600–4000 Erhöhter Bedarf

Natürliche Quellen von Vitamin D

Haut-Synthese – Vitamin D aus der Sonne

Die wichtigste natürliche Quelle von Vitamin D ist nicht die Ernährung, sondern die Hautsynthese, die im Körper unter dem Einfluss von UVB-Strahlung (290–315 nm) stattfindet. In der Haut befindet sich eine Verbindung namens 7-Dehydrocholesterol, die durch UVB-Strahlen in Prävitamin D3 umgewandelt wird und anschließend – durch die Körperwärme – in biologisch inaktives Vitamin D3 (Cholecalciferol). Weiterhin wird Vitamin D3 in der Leber und den Nieren zu aktiven Formen metabolisiert: 25(OH)D und 1,25(OH)₂D. Es wird geschätzt, dass etwa 80–90 % des Vitamin-D-Bedarfs durch Sonnenexposition der Haut gedeckt werden können – vorausgesetzt, diese erfolgt regelmäßig und unter geeigneten klimatischen Bedingungen. Ein Überschuss an produziertem Vitamin D ist nicht toxisch – der Körper baut den Überschuss in inaktive Verbindungen um.

Wie lange reicht die Exposition, um den Bedarf zu decken?

In Polen reicht es von April bis September aus, die Haut täglich 15–30 Minuten der Sonne auszusetzen (freiliegende Arme, Beine, Gesicht – ca. 18 % der Körperoberfläche) zwischen 10:00 und 15:00 Uhr, ohne Sonnencreme, um den täglichen Vitamin-D-Bedarf zu decken. Nach dieser Zeit endet die Synthese, und ein Überschuss an Prävitamin D und Vitamin D wird abgebaut – dadurch besteht kein Risiko einer Überdosierung durch übermäßiges Sonnenbaden.

„15–30 Minuten tägliche Exposition zwischen 10:00 und 15:00 auf unbedeckter Haut in der Frühlings- und Sommerzeit reichen aus.“ – Holick, 2004

Faktoren, die die Effizienz der Synthese beeinflussen

  1. Tages- und Jahreszeit

    • Die größte Vitamin-D-Produktion findet statt, wenn die Sonne hoch am Himmel steht – zwischen 10 und 15 Uhr.
    • In der geographischen Breite Polens ist die Hautsynthese nur von April bis September effektiv. Von Oktober bis März ist der Einfallswinkel der UVB-Strahlen zu niedrig, um eine wirksame Wirkung auf die Haut zu erzielen – trotz Sonne wird die UVB-Strahlung von der Atmosphäre blockiert.
  2. Freiliegende Hautfläche

    Je mehr freiliegende Hautfläche, desto höher die Vitamin-D-Synthese. Die minimal wirksame Fläche beträgt ca. 18 % des Körpers (z. B. Gesicht, Arme, Beine). Das Freilegen von Rücken oder Bauch erhöht die Menge des synthetisierten Vitamins.

  3. Hauttyp

    Menschen mit dunklerer Hautfarbe (mehr Melanin) benötigen 3–5 Mal längere Expositionszeit als Personen mit heller Haut. Melanin wirkt als natürlicher Sonnenschutzfilter und blockiert die Vitamin-D-Synthese.

  4. Anwendung von UV-Filtern

    Sonnencremes mit SPF >15 hemmen fast vollständig die Vitamin-D-Synthese, indem sie den UVB-Zugang zur Haut blockieren. Obwohl Sonnenschutz wichtig ist, besonders bei längerer Exposition, ist es ratsam, die ersten 15–20 Minuten ohne Creme in der Sonne zu verbringen (sofern keine dermatologischen Gegenanzeigen bestehen).

  5. Alter und Körperbau

    • Bei älteren Menschen (>65 Jahre) sinkt die Effizienz der Synthese um bis zu 75 % aufgrund der verminderten Menge an 7-Dehydrocholesterol in der Haut.
    • Menschen mit Adipositas haben Schwierigkeiten, Vitamin D effektiv zu nutzen – das Vitamin wird im Fettgewebe gespeichert und ist schwerer für den Stoffwechsel zugänglich.
    • Sehr schlanke Personen können geringere Vorräte an 7-Dehydrocholesterol haben, was ebenfalls die Synthese beeinträchtigt.
  6. Krankheiten und Medikamente

    • Leber- und Nierenerkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Antiepileptika wie Phenytoin, Carbamazepin) können die Umwandlung von Vitamin D in aktive Formen stören.
    • Sonnenbaden hinter Glas (z. B. im Auto oder Haus) ist unwirksam – UVB-Strahlen dringen nicht durch Glas.

Ernährung als Vitamin-D-Quelle

Vitamin D kommt in der Ernährung in zwei Formen vor:

  • D3 (Cholecalciferol) – tierischen Ursprungs
  • D2 (Ergocalciferol) – pflanzlichen Ursprungs

Am meisten Vitamin D3 findet sich in fettem Seefisch und tierischen Produkten:

Lebensmittel Vitamin-D-Gehalt (IE/100g)
Lebertran ~10.000
Lachs 600–1000
Hering 800
Makrele 250–350
Ei (Eigelb) 40–50
Hartkäse 20–40
Vollmilch 5–10

In Polen werden einige Produkte mit Vitamin D angereichert – u.a. Milch, Margarine, Kinderjoghurts, Getreidebreie.

Vitamin D und chronische Erkrankungen

Studien legen nahe, dass ein angemessener Vitamin-D-Spiegel Einfluss hat auf:

  • Krebs: Einige Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Spiegel und einem erhöhten Risiko für Darm-, Brust- und Prostatakrebs.
  • Typ-2-Diabetes: Eine Vitamin-D-Supplementierung kann die Entwicklung von Diabetes bei Risikopersonen verzögern.
  • Autoimmunerkrankungen: Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Hashimoto erhöhen.

Zusammenfassung: Wichtige Erkenntnisse

  • Vitamin D ist essentiell für die Gesundheit der Knochen, das Immunsystem und das Nervensystem.
  • Vitamin-D-Mangel ist in Polen, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, weit verbreitet.
  • Regelmäßige Supplementierung und angemessene Sonnenexposition sind entscheidend, um optimale Vitamin-D-Werte zu erhalten.
  • Vor Beginn einer Supplementierung sollte ein Arzt konsultiert und gegebenenfalls der 25(OH)D-Spiegel bestimmt werden.

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